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Spätestens jetzt beginnt so langsam die Zeit der inneren Einkehr, des Rückblickens und des Vorschauens. Der Totensonntag ist vorbei und in 4 Tagen ist der 1. Advent. Weihnachten ist das Fest des Lichtes und die 4 Adventssonntage die Vorbereitungs- und Wartezeit. Denn am 21.12. ist die längste und dunkelste Nacht, danach wird es wieder heller, jeden Tag ein Stück. Und auch die Samen in der Erde fangen an sich vorzubereiten auf den Frühling.

Sicher haben die meisten von uns ein paar ganz schöne Erinnerungen an diese Zeit, Kekse backen, basteln, singen, Baum schmücken, heimlich Geschenke besorgen oder herstellen, Familientreffen und ähnliches.

Das heimlich war bei uns früher wichtig. Da verschwand die Puppe und tauchte an Weihnachten mit einem neuem Kleid wieder auf. Oder am Weihnachtstag war das Wohnzimmer geschlossen, bis die Glocke erklang. Den ganzen Dezember lang verkürzte uns der Weihnachtskalender mit Kleinigkeiten die Wartezeit und wir übten derweil Gedichte und Lieder. Das war eigentlich ganz schön. So grob bebrachtet. Über die Feinheiten rede ich jetzt nicht.

Irgendwann fing Weihnachten an mir auf die Nerven zu gehen. Der Krach, das Shopping, immer gings um Geld und Geschenke, eine krasse Vorbereitung was Einkaufen, Kochen, Putzen anging und die Tage zogen sich von einem Essen zum anderen. Ich erinnere mich noch gut an die Langeweile…etwas mir sonst eher unbekanntes. Und daran wie ich mit einem neuem Comic hinter den Baum verschwand. Mein Lieblingsversteck zur Weihnachtszeit.

Aujedenfall nach vielen Jahren der Ablehnung im jungen Erwachsenenalter und einer Boykottierungsphase fing ich an nach meinen eigenen Freuden der Weihnachtszeit zu suchen. Alle werde ich jetz nicht aufzählen, das wird zu privat.Ganz ganz schön finde ich es wenn es schneit und man in einer Puderzuckerwelt spazieren gehen kann, in die Fenster schaun, wo die Sterne hängen und die ganzen Bäume stehn, bis man leicht durchgefröstelt ist und der warme Ofen zu Hause eine ganz besondere Freude ist. Und dann noch so ein warmer Punsch. Hach, Weihnachten riecht auch so gut – der Kaffee z.B. mit Amaretto.

Aber ganz wichtig ist mir die Ruhe und Besinnung. Also mich findet seit vielen vielen Jahren kein Mensch beim Shopping. Dafür aber backe ich sehr gern Kekse. Vorallem eine Sorte, eine VanilleNußKipferlteig in Vaginaform zu Ehren der dreifaltigen Göttin – denn die 3 heiligen Könige gehen auf die 3 Göttinnen zurück. Das Christentum hat sich ja einiges von den Heiden geklaut. Und mein Glaube ist auch ein wenig zusammengebastelt, da ich in der DDR zur Welt kam und das Christentum erst mit 8 Jahren kennenlernte. Is also nicht so tief verankert bei mir. Und die letzten 2 Weihnachten wecken auch schlechte Erinnerungen. Bei den ersten Gestecken die ich im Supermarkt genauer anschaute habe ich fast geheult.

Kekse und Kerzen also. Gerne höre ich dann Weihnachtsmusik Jazz/Swing oder auch mal eine Bachkantate (Bach is eh klasse, auch zum tanzen und rumhüpfen). Überhaupt singe ich gerne, meistens kann ich aber nur die erste Strophe. Manchmal bastel ich auch Sterne und Fensterdeko – habe ich glaube nur nicht so den Nerv für, dieses Jahr. Vielleicht kann ich ja ein paar Nachbarn für Gesellschaftsspiele begeistern, mal schaun. Ganz sicher aber mache ich es mir gemütlich. Was ich sehr vermisse ist der Weihnachtsbaum, das geht zu sehr ins Budget – aber das roch immer so gut und der wahr so schön geschmückt. Kekse gabs früher auch mehr Sorten, aber auch das ist Kostspielig. Und immerhin lieber eine Sorte als keine. 10 € müssen auch unbedingt für den Mandelstollen herhalten, unsere sächsische Delikatesse. Gans oder sowas gibts auch nicht, was soll man auch alleene mit so nem ganzem Vochel, gell.

Ich bin noch am überlegen wie ich die Zeiten zwischen backen, singen, stricken, schlafen, einheizen etc. verbringe. Bestimmt werde ich einwenig an den Rauhnächten und deren Ritualen sitzen. Ich hoffe aufjedenfall das ich mir gute Laune zaubern kann. Ich brauche unbedingt noch entsprechende Literatur. Weihnachten allein kann auch ganz nett sein, Sylvester dagegen finde ich alleine ziemlich furchtbar.

Und Ihr, was ist Eurer Weihnachtsbrauch? Habt Ihr bestimmte Traditionen? Geht Ihr in die Kirche, zum Konzert? Hängt der Baum an der Decke? Oder wird Verwandten der Empfang verweigert und die Kinder müssen Ihre Geschenke selber basteln, weil Ihr das Weihnachtsgeld gespendet habt? Oder seid ihr bei den Obdachlosen Nachtbetreuung? Meint Ihr die mögen es wenn man was vorliest?

Ein Vorgeschmack aufs Licht und die damit verbundene Hoffnung, heute Abend, hier:

DSC02567voll Otto Runge, gell!

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